Botrytis bei Cannabis: Blütenfäule erkennen und sofort handeln
Botrytis ist einer der gefährlichsten Schadpilze, weil er sich oft im Inneren dichter Blüten entwickelt. Sobald braune Zuckerblätter aus dem Bud ragen, muss sofort kontrolliert werden.
Schadbild
- Einzelne Zuckerblätter werden braun, trocken und lassen sich leicht herausziehen.
- Im Budinneren findet sich graues, matschiges oder staubiges Gewebe.
- Befall riecht muffig oder faulig.
- Dichte, schlecht belüftete Blüten sind besonders gefährdet.
Notfallmaßnahmen
- Befallene Blüte großzügig entfernen.
- Mindestens im gesunden Gewebe schneiden.
- Werkzeug nach jedem Schnitt desinfizieren.
- Befallenes Material luftdicht entsorgen, nicht kompostieren.
- Restpflanze engmaschig kontrollieren.
Ursachen
Hohe Luftfeuchtigkeit in der späten Blüte, stehende Luft, dichte Buds, nasse Blüten, Temperaturschwankungen und schlechte Abluft fördern Botrytis stark.
Prävention
In der späten Blüte sollte die Luftfeuchtigkeit möglichst niedrig und die Umluft gleichmäßig sein. Pflanzen nicht spät am Tag besprühen, Blüten trocken halten und dichte Kronen mit Bedacht auslichten.
Unsicher bei der Diagnose?
Vergleiche immer mehrere Hinweise gleichzeitig: Schadbild, betroffene Blattzone, Gießverhalten, pH-Wert, Klima und Entwicklungsphase. Einzelne Flecken reichen selten für eine sichere Diagnose aus.
FAQ: Häufige Fragen
Woran erkenne ich Botrytis?
Typisch sind braune, leicht herausziehbare Zuckerblätter und graues, fauliges Gewebe im Inneren der Blüte.
Kann ich befallene Buds retten?
Nein. Befallene Blüten sollten großzügig entfernt und nicht konsumiert werden.
Welche Luftfeuchtigkeit ist in der späten Blüte kritisch?
Dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit, besonders über etwa 50 Prozent, erhöht das Risiko deutlich.
Warum entsteht Botrytis innen im Bud?
Dichte Blüten halten Feuchtigkeit und haben wenig Luftaustausch. Dort keimen Sporen besonders leicht.
Was ist nach einem Fund zu tun?
Befall entfernen, Schere desinfizieren, Luftfeuchte senken, Umluft verbessern und täglich kontrollieren.