Unsicher, ob dieses Problem zu deiner Pflanze passt?

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Fusarium bei Cannabis: Welke, braune Wurzeln und Stammfäule erkennen

Fusarium ist eine große Gruppe boden- und pflanzenbewohnender Pilze. Verschiedene Fusarium-Arten können Cannabis an Samen, Stecklingen, Wurzeln, Wurzelhals, Stamm und Blüten schädigen. Typische Symptome sind verlangsamtes Wachstum, gelbe Blätter, Welke, braune Wurzeln, dunkle Stellen am Stammgrund und braun verfärbtes Gewebe im Inneren des Stammes. Je nach Fusarium-Art kann die Pflanze langsam abbauen oder plötzlich zusammenbrechen.

  • gelbe und welke Blätter
  • braune oder faulende Wurzeln
  • dunkler beziehungsweise eingesunkener Stammgrund
  • braune Leitbahnen oder Markverfärbung im Stamm
  • Absterben von Stecklingen und jungen Pflanzen

Schadbild

Fusarium verursacht nicht immer ein einheitliches Schadbild. Bei einer Wurzel- oder Kronenfäule werden die Wurzeln braun und verlieren funktionsfähige Wurzelmasse. Die Blätter hellen auf, die Pflanze wächst langsamer und beginnt zu welken.

Bei einer Gefäßwelke dringt der Pilz in wasserleitende Gewebe ein. Schneidet man einen verdächtigen Stamm nahe der Basis längs auf, können im Inneren braune bis dunkelbraune Verfärbungen sichtbar werden. Auch das Mark kann braun oder schwarz erscheinen. Diese innere Verfärbung ist ein besonders wichtiger Hinweis auf Fusarium, beweist den Erreger ohne Laboruntersuchung aber noch nicht.

Bei Cannabis wurden außerdem folgende Symptome beschrieben:

  • eingesunkene dunkle Läsionen am Wurzelhals
  • Kronen- und Stammfäule
  • Blattnekrosen und Blattverlust
  • plötzliches Welken bei warmen Bedingungen
  • Umfallkrankheit bei Stecklingen
  • braune Fäule an Blüten

Mehrere Fusarium-Arten können unterschiedliche Pflanzenteile befallen. Deshalb sollte „Fusarium“ nicht ausschließlich als Wurzelkrankheit verstanden werden.

3-Minuten-Check auf Fusarium

1. Welke trotz passender Bodenfeuchte

Die Pflanze hängt oder welkt, obwohl das Substrat weder vollständig trocken noch frisch übergossen ist.

2. Gelbfärbung schreitet weiter fort

Unter normalen Bedingungen oder nach einer Gießkorrektur verbessert sich das Schadbild nicht. Die Vergilbung und Welke breiten sich weiter aus.

3. Stammgrund kontrollieren

Achte auf dunkle, rötlich-braune oder eingesunkene Stellen am Übergang zwischen Substrat und Stamm.

4. Stamm nur bei begründetem Verdacht prüfen

Bei einer stark geschädigten oder ohnehin zu entfernenden Pflanze kann ein Längsschnitt durch den unteren Stamm braune Leitbahnen oder eine dunkle Markverfärbung sichtbar machen. Schneide keine gesunde Pflanze nur zu Diagnosezwecken auf.

5. Andere Pflanzen beobachten

Treten ähnliche Symptome bei Stecklingen derselben Mutterpflanze oder in derselben Anzuchtschale auf, ist ein gemeinsamer Ursprung über Pflanzenmaterial, Substrat, Wasser oder Arbeitsgeräte möglich.

Wie gelangt Fusarium an die Pflanze?

Fusarium-Arten können in Substrat, Erde, Pflanzenresten, Wurzeln, Samen oder infiziertem Vermehrungsmaterial vorkommen. Sie können außerdem mit Erde an Schuhen, Töpfen und Werkzeugen verschleppt werden.

Verletzungen an Wurzeln und Stamm können Eintrittsstellen schaffen. Gleichzeitig erhöhen Pflanzenstress, schlechte Drainage, verdichtete Wurzelzonen und andere Wurzelschäden das Risiko schwerer Krankheitsverläufe. Sauberes Pflanzenmaterial, Hygiene und möglichst stressarme Wurzelbedingungen sind deshalb zentral.

Sofortmaßnahmen bei Fusarium-Verdacht

Pflanze isolieren

Stelle die betroffene Pflanze abseits gesunder Pflanzen. Bearbeite zuerst den gesunden Bestand und die verdächtige Pflanze zuletzt.

Kein Drainwasser weiterverwenden

Ablaufendes Wasser einer verdächtigen Pflanze darf nicht zu anderen Pflanzen gelangen.

Stark befallene Pflanzen vollständig entfernen

Entferne bei fortschreitender Welke die gesamte Pflanze einschließlich Wurzelballen. Verpacke sie direkt, damit keine Substratreste im Anbaubereich verteilt werden.

Substrat und Pflanzenreste entsorgen

Befallenes Substrat sollte nicht für eine neue Cannabispflanze verwendet werden. Entferne auch abgestorbene Wurzeln, Blätter und Stammteile.

Arbeitsgeräte gründlich reinigen

Entferne zunächst sichtbare Erde und Pflanzenreste von Scheren, Töpfen, Schalen und Arbeitsflächen. Erst danach kann eine sachgerechte Desinfektion wirksam erfolgen.

Nachbarpflanzen kontrollieren

Achte auf verlangsamtes Wachstum, Gelbfärbung, welkende Triebe, dunkle Stammstellen und auffällige Wurzeln.

Pythium oder Fusarium?

Beide Erreger können braune Wurzeln, gelbe Blätter, Wachstumsstörungen und Welke verursachen.

Bei Pythium sind die Wurzeln häufig besonders weich und wässrig. Die äußere Wurzelhaut kann sich ablösen. Nasse, sauerstoffarme Bedingungen und eine Verbreitung über Wasser spielen eine wichtige Rolle.

Bei Fusarium treten zusätzlich häufiger braune Verfärbungen im Inneren von Stamm, Leitbahnen oder Mark auf. Der Stammgrund kann dunkel und eingesunken sein. Einige Fusarium-Arten können außerdem Blätter und Blüten infizieren.

Eine sichere Unterscheidung ist nur durch eine geeignete Laboruntersuchung möglich.

Typischer Fehler: Einen sichtbaren Mangel nachdüngen

Gelbe Blätter bei Fusarium entstehen nicht zwingend durch fehlenden Dünger. Sind Wurzeln oder Leitbahnen beschädigt, kann die Pflanze vorhandene Nährstoffe und Wasser nicht mehr normal transportieren. Zusätzliches Düngen behebt die Infektion nicht und kann geschädigte Wurzeln stärker belasten.

Ampelsystem

Grün: Andere Ursachen wahrscheinlicher

  • Pflanze erholt sich nach einer Gießkorrektur
  • Wurzeln sind fest
  • Stammgrund ist gesund
  • kein Fortschreiten der Symptome

Gelb: Isolieren und genau kontrollieren

  • Wachstum stoppt
  • Gelbfärbung breitet sich aus
  • einzelne Wurzeln werden braun
  • Stammgrund verändert sich
  • mehrere Stecklinge zeigen ähnliche Probleme

Rot: Fusarium oder andere schwere Wurzelkrankheit wahrscheinlich

  • braune Leitbahnen im Stamm
  • schwarzes oder braunes Mark
  • stark eingesunkener Stammgrund
  • fortschreitende Welke
  • Pflanze kollabiert
  • Blüten zeigen Fäule oder sichtbares Pilzwachstum

Darf sichtbar befallenes Pflanzenmaterial verwendet werden?

Blüten mit sichtbarer Fusarium-Fäule, abgestorbenem Gewebe oder Pilzwachstum sollten nicht konsumiert oder weiterverarbeitet werden. Verschiedene Fusarium-Arten besitzen grundsätzlich das Potenzial, Mykotoxine zu bilden. Wie hoch das konkrete Risiko in einem einzelnen Cannabisbestand ist, lässt sich ohne Untersuchung nicht bestimmen.

Fusarium vorbeugen

Verwende gesundes Ausgangsmaterial und saubere Anzuchtmedien. Überprüfe neue Stecklinge und Pflanzen, bevor sie in den bestehenden Anbaubereich gelangen.

Reinige Töpfe, Schalen, Werkzeuge und Arbeitsflächen zwischen den Kulturen. Erde und Pflanzenreste müssen vor einer Desinfektion vollständig entfernt werden. Vermeide Wurzelverletzungen, dauerhaft nasses Substrat, verdichtete Wurzelbereiche und unnötigen Pflanzenstress.

Arbeite bei einem Verdachtsfall immer vom gesunden zum betroffenen Bestand. Verwende für isolierte Pflanzen nach Möglichkeit getrennte Scheren, Handschuhe und Gießgefäße.

Häufige Fragen

Ist Fusarium dasselbe wie Wurzelfäule?

Fusarium kann Wurzel- und Kronenfäule verursachen. Der Begriff Wurzelfäule beschreibt jedoch nur das Schadbild und kann auch durch Pythium, Rhizoctonia oder nichtinfektiösen Sauerstoffmangel entstehen.

Kann eine Cannabis-Pflanze mit Fusarium gerettet werden?

Bei einem sehr frühen und räumlich begrenzten Befall kann sich die Pflanze möglicherweise stabilisieren. Bei braunen Leitbahnen, starkem Wurzelverlust oder fortschreitender Welke ist die Rettung unsicher.

Wie lässt sich Fusarium sicher nachweisen?

Eine sichere Bestimmung erfordert eine Laboruntersuchung, beispielsweise durch Anzucht des Erregers oder molekulare Nachweisverfahren.

Ist Fusarium auf andere Pflanzen übertragbar?

Fusarium kann über kontaminiertes Substrat, Pflanzenreste, Wasser, Töpfe und Werkzeuge verbreitet werden. Welche Pflanzen tatsächlich erkranken, hängt von der jeweiligen Fusarium-Art und ihrer Wirtsspezialisierung ab.

Kann ich den Topf wiederverwenden?

Ja, aber erst nach vollständigem Entfernen aller Erde und Wurzelreste sowie einer gründlichen Reinigung und geeigneten Desinfektion. Stofftöpfe sind bei schwerem Befall schwieriger zuverlässig zu reinigen.

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