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VPD zu niedrig bei Cannabis: Zu feuchte Luft, schwache Verdunstung und Schimmelrisiko erkennen

Cannabispflanze mit feuchten Blättern, dichter Luftfeuchtigkeit und erhöhtem Schimmelrisiko durch zu niedrigen VPD


Ein zu niedriger VPD-Wert entsteht, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist oder Temperatur und Luftfeuchtigkeit nicht im passenden Verhältnis stehen. Die Pflanze verdunstet dann zu wenig Wasser über die Blätter. Dadurch wird der Nährstofftransport gebremst, das Wachstum kann träge werden und in dichten Pflanzen oder Blüten steigt das Risiko für Schimmel, Botrytis und Pilzprobleme.

  • zu hohe Luftfeuchtigkeit

  • schwache Verdunstung

  • langsames Wachstum

  • feuchte Blätter

  • Schimmelrisiko

Schadbild

Die Pflanze wächst langsam und wirkt träge.

Blätter fühlen sich weich, schwer oder feucht an.

Die Blattoberfläche trocknet nach dem Gießen oder Sprühen nur langsam ab.

Zwischen Blättern, Trieben oder Blüten bleibt Feuchtigkeit lange stehen.

Die Pflanze nimmt Wasser und Nährstoffe langsamer auf.

In der Blüte können Blüten dichter und feuchter bleiben.

Bei dauerhaft zu niedrigem VPD steigt das Risiko für Schimmel, Mehltau und Botrytis.

Jungpflanzen können bei sehr feuchter Luft zwar stabil wirken, entwickeln aber oft weniger starke Wurzeln.

Ursachen

Ein zu niedriger VPD entsteht meistens durch zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu niedrige Temperatur, schwache Abluft, fehlende Umluft oder zu dicht stehende Pflanzen. Die Luft ist dann bereits so feucht, dass sie kaum noch Wasser aus den Blättern aufnehmen kann.

Häufige Ursachen sind zu wenig Luftaustausch, ein falsch eingestellter Luftbefeuchter, zu viele Pflanzen auf engem Raum, nasses Substrat, feuchte Wände, stehende Luft oder eine Lichtphase mit zu niedriger Temperatur.

Besonders kritisch wird ein zu niedriger VPD in der Blütephase. Dichte Blüten, hohe Luftfeuchtigkeit und schlechte Luftbewegung schaffen ideale Bedingungen für Schimmel.

Wichtig: VPD zu niedrig bedeutet nicht einfach nur „zu hohe Luftfeuchtigkeit“. Entscheidend ist immer das Verhältnis aus Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit. Kühle, sehr feuchte Luft erzeugt besonders wenig Verdunstungsdruck.

Soforthilfe

Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf Blatthöhe messen.

Luftfeuchtigkeit vorsichtig senken.

Abluft verbessern und feuchte Luft aus dem Growraum abführen.

Umluft erhöhen, aber Pflanzen nicht dauerhaft direkt stark anblasen.

Pflanzenabstand verbessern und zu dichte Bereiche auslichten.

Nasses Substrat nicht weiter übergießen.

Nach dem Gießen für schnellere Abtrocknung sorgen.

In der Blüte besonders auf Feuchtigkeit in den Blüten achten.

Bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit einen Entfeuchter einsetzen.

Hausmittel

Ein Thermometer-Hygrometer auf Blatthöhe hilft, zu niedrigen VPD früh zu erkennen. Ein Gerät mit Min-/Max-Speicher ist besonders hilfreich, weil hohe Luftfeuchtigkeit oft nachts oder kurz nach dem Gießen auftritt.

Kurzfristig helfen bessere Abluft, geöffnete Zuluftbereiche und mehr Luftbewegung. Für dauerhaft stabile Werte ist ein Entfeuchter oft zuverlässiger als improvisierte Lösungen.

Praxis-Tipp: Wenn die Luft im Growraum „steht“, Blätter lange feucht bleiben und die Pflanze trotz guter Versorgung träge wächst, sollte immer der VPD geprüft werden.

Unsicher bei der Diagnose?

Vergleiche immer mehrere Hinweise gleichzeitig: Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Blattfeuchte, Luftbewegung, Pflanzendichte, Gießverhalten, Blütephase und Schimmelrisiko. Einzelne langsame Triebe reichen selten für eine sichere Diagnose aus.

Ein zu niedriger VPD wird häufig mit Überwässerung, Lichtmangel oder allgemeinem Wachstumsstopp verwechselt. Sehr typisch ist die Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit, schwacher Verdunstung, langsamer Abtrocknung und erhöhtem Schimmelrisiko.

FAQ: Häufige Fragen

Wie erkenne ich einen zu niedrigen VPD bei Cannabis?
Typisch sind sehr hohe Luftfeuchtigkeit, langsame Verdunstung, feuchte oder weich wirkende Blätter, träges Wachstum und eine schlechte Abtrocknung nach dem Gießen. In der Blüte steigt zusätzlich das Schimmelrisiko.

Was bedeutet VPD zu niedrig bei Cannabis?
VPD zu niedrig bedeutet, dass die Luft zu wenig Wasser aus den Blättern aufnehmen kann. Die Pflanze verdunstet kaum, der Wasser- und Nährstofftransport wird langsamer und das Klima wird für Schimmel günstiger.

Ist ein niedriger VPD gefährlich?
Ja, dauerhaft zu niedriger VPD kann problematisch sein. Die Pflanze wächst oft langsamer, nimmt Nährstoffe schlechter über den Wasserstrom auf und in der Blüte steigt das Risiko für Schimmel, Mehltau und Botrytis.

Was hilft sofort bei zu niedrigem VPD?
Luftfeuchtigkeit senken, Abluft verbessern, Umluft optimieren, Temperatur stabilisieren und stehende feuchte Luft vermeiden. In der Blüte kann ein Entfeuchter sinnvoll sein, wenn die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu hoch bleibt.

Kann sich Cannabis von zu niedrigem VPD erholen?
Ja, wenn das Klima rechtzeitig stabilisiert wird. Neues Wachstum wird meist kräftiger, sobald Verdunstung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit wieder besser zusammenpassen.