Beim Lollipopping werden die unteren schwachen Triebe, schlecht
beleuchtete Blütenansätze und einzelne überflüssige Blätter entfernt.
Die obere Pflanzenkrone bleibt bestehen. Dadurch entsteht unterhalb der
Hauptblüten ein offener Bereich, durch den Licht und Luft besser gelangen
können.
Dieser Praxistipp zeigt anhand echter Bilder, wie eine Pflanze nach dem
Lollipopping aussieht, welche Triebe entfernt wurden und warum alle
Schnittreste anschließend aus dem Topf und aus dem Growzelt geräumt
werden müssen.
Kurzantwort
Beim Lollipopping werden nur die unteren Triebe entfernt, die dauerhaft
wenig Licht erhalten oder keine kräftigen Blüten mehr entwickeln
können. Gesunde, gut beleuchtete Haupttriebe und die obere Blütenkrone
bleiben stehen. Nach dem Schnitt müssen alle abgeschnittenen Blätter
und Triebteile aus dem Topf und aus dem Growzelt entfernt werden.
Inhaltsübersicht
Lollipopping in der Praxis: Untere Schattenbereiche auslichten,
kräftige Haupttriebe erhalten und anschließend alle Schnittreste
vollständig entfernen.
Was zeigen die Praxisbilder?
Die drei großen Pflanzenaufnahmen zeigen die bearbeitete Pflanze aus
unterschiedlichen Blickwinkeln. Sie zeigen nicht drei verschiedene
Pflanzen und auch keine künstlich erzeugte Vorher-Nachher-Abfolge.
Auf den Bildern sind zu erkennen:
die freigestellte untere Pflanzenzone,
mehrere lange und kräftige Haupttriebe,
sichtbare Schnittstellen an entfernten Seitentrieben,
zahlreiche erhaltene Blütenstände,
gesunde Fächerblätter im oberen Bereich,
ein zunächst mit Schnittresten bedeckter Pflanzenboden,
der anschließend vollständig aufgeräumte Topf.
Die Vorderansicht zeigt besonders gut die Trennung zwischen der offenen
unteren Stammzone und der oberen Blütenzone. Die Seitenansicht macht die
einzelnen Verzweigungen und Schnittstellen sichtbar. Das Bild von oben
zeigt, dass trotz des starken Auslichtens noch ausreichend Blätter und
Blüten erhalten geblieben sind.
Genau das ist beim Lollipopping wichtig: Die Pflanze wird nicht
vollständig kahlgeschnitten. Entfernt wird hauptsächlich der schwache
Schattenwuchs. Die produktive obere Zone bleibt erhalten.
Praxisergebnis nach dem Lollipopping: Der untere Pflanzenbereich ist
offen, während die oberen Haupttriebe, Blätter und Blüten erhalten
geblieben sind.
Was ist Lollipopping?
Beim Lollipopping werden schwache Triebe und kleine Blütenansätze im
unteren Pflanzenbereich entfernt. Diese Pflanzenteile erhalten unter
einer von oben kommenden Growlampe häufig nur wenig Licht.
Der Name stammt von der Form, die eine stark ausgelichtete Pflanze
entwickeln kann: Unten steht ein weitgehend freier Stamm, darüber sitzt
eine Krone aus Blättern und Blüten.
Das bedeutet aber nicht, dass jede Pflanze nach dem Eingriff exakt gleich
aussehen muss. Pflanzen unterscheiden sich in Höhe, Verzweigung,
Internodienabstand, Blattform, Blütendichte und Wachstumsgeschwindigkeit.
Die entscheidende Frage lautet:
Welche Triebe bleiben voraussichtlich dauerhaft im Schatten und können
keine kräftige, gut beleuchtete Blüte mehr entwickeln?
Typische Kandidaten für das Entfernen sind:
sehr dünne Triebe nahe der Topfoberfläche,
kleine Seitentriebe weit unterhalb der Hauptkrone,
Blütenansätze ohne ausreichenden Lichtkontakt,
beschädigte oder schwach entwickelte Triebspitzen,
nach innen wachsende Triebe im dichten Pflanzenzentrum,
kleine Seitentriebe, die die obere Pflanzenzone nicht mehr erreichen.
Diese Pflanzenteile werden nicht entfernt, weil sie grundsätzlich wertlos
wären. Sie passen in diesem konkreten Grow nur nicht mehr zur gewünschten
Pflanzenstruktur.
Lollipopping ist nicht dasselbe wie Entlaubung
Die Begriffe Lollipopping und Entlaubung werden häufig miteinander
vermischt. Es handelt sich jedoch um unterschiedliche Maßnahmen.
Lollipopping
Beim Lollipopping werden vor allem ganze schwache Triebe und kleine
Blütenansätze aus dem unteren Bereich entfernt.
Entlaubung
Bei der Entlaubung werden einzelne Blätter entfernt, ohne zwangsläufig
ganze Triebe abzuschneiden.
Eine Pflanze kann deshalb:
gelollipopped, aber kaum entlaubt sein,
entlaubt, aber nicht gelollipopped sein,
beide Maßnahmen kombiniert erhalten,
vollständig ohne diese Eingriffe wachsen.
Im gezeigten Praxisbeispiel ist deutlich zu erkennen, dass nicht nur
einzelne Fächerblätter entfernt wurden. Mehrere untere Seitentriebe
wurden vollständig bis zu ihrem Ansatz zurückgenommen. Die oberen
Blätter und Blüten blieben dagegen weitgehend erhalten.
Was wurde an der gezeigten Pflanze richtig gemacht?
Der untere Bereich ist offen
Zwischen Topf und erster größerer Blütenzone befinden sich kaum noch
dichte Blattpakete. Die Stämme und Verzweigungen sind gut sichtbar.
Dadurch lassen sich leichter kontrollieren:
der Pflanzenboden,
der Stammfuß,
die Schnittstellen,
die Unterseiten höherer Blätter,
mögliche Schädlinge,
abgestorbene Pflanzenteile.
Die oberen Blüten wurden erhalten
Die Pflanze besitzt weiterhin zahlreiche Blütenstände. Viele davon
befinden sich im oberen oder mittleren Bereich und erhalten direktes
Licht.
Ausreichend Blätter sind stehen geblieben
Blätter sind keine nutzlosen Energieverbraucher. Gesunde Blätter
betreiben Photosynthese und versorgen die Pflanze mit energiereichen
Verbindungen.
Lollipopping bedeutet deshalb nicht, alle großen Blätter abzuschneiden.
Entfernt werden nur Blätter und Triebe, für die ein klarer Grund besteht.
Die Pflanze bleibt gut kontrollierbar
Die offene Struktur erleichtert:
das Gießen,
die Kontrolle der Erde,
das Erkennen kleiner schwarzer Fliegen,
die Kontrolle der Schnittstellen,
die Reinigung der Bodenwanne,
die Luftbewegung im unteren Pflanzenbereich.
Was lässt sich an diesem Praxisbeispiel noch erkennen?
Die Pflanze ist relativ hoch. Ihre Blütenspitzen befinden sich nicht alle
auf derselben Höhe. Einige obere Triebe ragen deutlich über andere
Blütenstände hinaus.
Das ist kein Fehler des Lollipoppings. Es zeigt lediglich, dass die
Pflanze zuvor nicht vollständig auf eine flache Krone trainiert wurde.
Eine gleichmäßigere Höhe hätte früher beispielsweise durch LST, Topping
oder ein Pflanzennetz aufgebaut werden können. Diese Trainingsmethoden
werden ausführlich im
Hanfdoc24-Hauptartikel zum Cannabis-Training
erklärt.
Ein späteres Lollipopping verändert die grundlegende Wuchsform nicht
vollständig. Es entfernt hauptsächlich Pflanzenteile, die nicht mehr zur
gewünschten Struktur passen.
In der Seitenansicht sind die entfernten unteren Seitentriebe und die erhaltenen Hauptäste besonders gut zu erkennen.
Welche Triebe sollte man beim Lollipopping entfernen?
Es gibt keine feste Anzahl und keine starre Schnittlinie. Auch die
bekannte Empfehlung, immer das komplette untere Drittel zu entfernen,
passt nicht zu jeder Pflanze.
Jeder Trieb sollte einzeln bewertet werden.
Dünner Trieb weit unterhalb der Krone
Ein dünner Seitentrieb, der mehrere Ebenen unterhalb der Hauptblüten
endet, wird wahrscheinlich stark beschattet. Er kann entfernt werden,
wenn er keine realistische Chance mehr hat, eine gut beleuchtete Position
zu erreichen.
Kleine Blütenansätze am unteren Ast
Manche Äste tragen oben eine kräftige Blüte, besitzen weiter unten aber
mehrere kleine Blütenansätze. Diese sogenannten Popcornbuds können
einzeln entfernt werden, ohne den gesamten Ast abzuschneiden.
Nach innen wachsender Schattenwuchs
Ein Trieb kann kräftig sein, aber direkt in die Pflanzenmitte wachsen.
Dort wird er möglicherweise von mehreren Blättern und Ästen beschattet.
Zuerst sollte geprüft werden, ob der Trieb seitlich gebunden oder
umpositioniert werden kann. Erst wenn das nicht sinnvoll ist, wird er
entfernt.
Beschädigter oder absterbender Seitentrieb
Gelbe, vertrocknete oder mechanisch schwer beschädigte Triebe werden
sauber entfernt. Zuvor sollte jedoch geprüft werden, warum der Trieb
geschädigt ist.
Gelbe Blätter können auch auf Wasser-, Wurzel-, Nährstoff- oder
Klimaprobleme hinweisen. Bei unklaren Symptomen helfen:
Kräftiger Haupttrieb im Licht
Ein gesunder Haupttrieb mit einer gut beleuchteten Blütenspitze bleibt
stehen. Auch größere Blätter an diesem Trieb bleiben erhalten, solange
sie nicht dauerhaft mehrere andere Hauptblüten verdecken oder deutlich
beschädigt sind.
In der Seitenansicht sind die entfernten unteren Seitentriebe und die
erhaltenen Hauptäste besonders gut zu erkennen.
Der einfache Praxistest: behalten oder entfernen?
Stelle bei jedem Trieb fünf Fragen:
Erhält der Trieb ausreichend Licht?
Besitzt er eine kräftige und gesunde Spitze?
Kann er die obere Pflanzenzone noch erreichen?
Behindert er andere, stärkere Triebe?
Verbessert sein Entfernen die Pflanzenstruktur wirklich?
Behalten
Der Trieb erhält Licht, wächst kräftig und trägt gesunde Blüten.
Beobachten oder umpositionieren
Der Trieb ist gesund, liegt aber ungünstig. Vielleicht kann er gebunden,
abgestützt oder seitlich geführt werden.
Entfernen
Der Trieb ist dauerhaft beschattet, sehr dünn, beschädigt oder trägt nur
kleine Blütenansätze weit unterhalb der Krone.
Wichtig: Nicht nur nach Höhe entscheiden. Ein tiefer Trieb kann sinnvoll
bleiben, wenn er seitlich ausreichend Licht erhält. Ein höherer Trieb
kann dagegen mitten in einer dichten Pflanzenkrone beschattet sein.
Nicht alles unterhalb einer gedachten Linie wird automatisch
abgeschnitten.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für Lollipopping?
Die sichtbaren Blüten zeigen, dass sich die Pflanze auf den Praxisbildern
bereits in der Blüte befindet. Das bedeutet nicht, dass ein starker
Eingriff in jeder Blütephase gleich gut geeignet ist.
Größere Schnittmaßnahmen werden normalerweise geplant:
gegen Ende der Wachstumsphase,
während des Übergangs in die Blüte,
im frühen Stretch,
kurz nach dem Stretch nur noch gezielt.
Der genaue Zeitpunkt hängt von Sorte, Pflanzengröße, Wachstum,
Gesundheitszustand und geplanter Struktur ab.
Der Hanfdoc24-Guide zu den
Cannabis-Growphasen
hilft dabei, Wachstumsphase, Stretch, frühe Blüte, mittlere Blüte und
Endblüte voneinander zu unterscheiden.
Warum spätes Lollipopping riskanter ist
Je weiter die Blüte fortgeschritten ist, desto weniger Zeit besitzt die
Pflanze, um sich von einem starken Eingriff zu erholen.
Späte große Eingriffe können:
die Pflanze unnötig belasten,
viele offene Schnittstellen erzeugen,
die Wasseraufnahme kurzfristig verändern,
das Verhältnis zwischen Blättern und Blüten stark verändern,
schwache oder bereits gestresste Pflanzen zusätzlich bremsen.
In der späteren Blüte werden deshalb hauptsächlich einzelne
problematische Triebe, beschädigte Blätter oder kleine stark beschattete
Blütenansätze entfernt.
Wie viel darf entfernt werden?
Eine für jede Pflanze gültige Prozentzahl gibt es nicht. Pflanzen
reagieren je nach Genetik, Entwicklungsphase und Zustand unterschiedlich.
Die häufig genannte Orientierung von ungefähr 20 bis 30 Prozent der
Blatt- oder Triebmasse pro Eingriff sollte nicht als festes Ziel
verstanden werden.
Besser ist dieses Vorgehen:
zuerst eindeutig schwache untere Triebe entfernen,
die Pflanze erneut von vorne, der Seite und oben ansehen,
prüfen, ob bereits ausreichend Licht und Luft vorhanden sind,
lieber etwas früher aufhören,
die Pflanze in den folgenden Tagen beobachten,
nur bei guter Erholung später geringfügig nacharbeiten.
Ein starker Eingriff benötigt einen klaren Grund. Mehr abgeschnittenes
Material bedeutet nicht automatisch eine bessere Pflanzenstruktur oder
einen höheren Ertrag.
Die obere Blütenkrone bleibt erhalten
Das dritte Pflanzenfoto zeigt die wichtigste Botschaft des Artikels:
Auf der Aufnahme sind noch viele gesunde Blätter und Blüten sichtbar.
Eine gelollipoppte Pflanze muss nicht nahezu kahl sein.
Sinnvoll erhalten werden:
gesunde Fächerblätter im Licht,
Blätter an kräftigen Haupttrieben,
Blätter, die keine wichtigen Blüten dauerhaft verdecken,
gesunde Seitentriebe mit guter Position,
gut beleuchtete Blütenstände.
Ein einzelnes großes Blatt ist nicht automatisch überflüssig. Häufig
genügt es, das Blatt vorsichtig hinter einen Trieb zu legen oder einen
Ast etwas seitlich zu führen.
Lollipopping bedeutet nicht, die gesamte Pflanze zu entlauben: Die
produktive obere Blütenkrone und gesunde Blätter bleiben erhalten.
Was passiert direkt nach dem Schnitt?
Nach dem Lollipopping ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen. In den
folgenden zwei bis drei Tagen beginnt die wichtigste Kontrollphase.
In den ersten Stunden
Hängen einzelne Äste ungewöhnlich stark?
Wurde ein größerer Trieb versehentlich angerissen?
Stehen ausgefranste Schnittreste ab?
Liegen Blätter auf Erde oder Bodenwanne?
Bläst ein Ventilator direkt auf die Schnittstellen?
Am nächsten Tag
Bleibt die Pflanze stabil?
Richten sich die Blätter normal aus?
Sehen die Schnittflächen trocken und sauber aus?
Bleibt das Substrat ungewöhnlich lange nass?
Entstehen welkende Triebspitzen?
Zeigen Blätter oder Blüten neue Flecken?
Nach zwei bis drei Tagen
Die Pflanze sollte stabil wirken. In fortgeschrittener Blüte ist neues
Triebwachstum naturgemäß geringer. Entscheidend ist, dass keine
fortschreitende Welke, keine weichen Schnittstellen und keine schnelle
Verschlechterung entstehen.
Nach dem Lollipopping nicht sofort alles verändern
Ein häufiger Fehler ist die Kombination mehrerer Eingriffe zur gleichen
Zeit:
stark schneiden,
gleichzeitig umtopfen,
Düngung erhöhen,
Lampe näher hängen,
Ventilator stärker einstellen,
Gießmenge verändern,
zusätzliche Spritzmittel anwenden.
Reagiert die Pflanze anschließend negativ, lässt sich die eigentliche
Ursache kaum noch feststellen.
Besser:
Lollipopping durchführen.
Schnittreste vollständig entfernen.
Klima und Beleuchtung stabil lassen.
Zwei bis drei Tage beobachten.
Erst danach weitere Maßnahmen beurteilen.
Praxis-Hygiene: Warum Schnittreste aus dem Topf gehören
Das vierte Foto zeigt einen wichtigen Praxisfehler. Die abgeschnittenen
Blätter wurden während der Arbeit direkt auf der Erde abgelegt.
Als kurzfristiger Zwischenzustand beim Schneiden ist das verständlich.
Nach Abschluss der Arbeit müssen die Blätter jedoch entfernt werden.
Frische Schnittreste können:
Feuchtigkeit an der Oberfläche länger halten,
kleine Insekten verdecken,
die Sicht auf die Erde behindern,
die Kontrolle des Stammfußes erschweren,
beim Gießen aufweichen,
mit Erde und Wasser verkleben,
organisches Material für Mikroorganismen bereitstellen.
Ein einzelnes Blatt auf der Erde verursacht nicht sofort Wurzelfäule.
Trotzdem besitzen zufällig liegen gelassene Schnittreste in einem
sauberen Indoor-Grow keinen praktischen Vorteil.
Wer bewusst mit Mulch oder Living Soil arbeitet, nutzt eine kontrollierte
Abdeckung aus ausgewählten Materialien. Das ist nicht mit frischen,
zufällig auf der Erde liegenden Schnittresten gleichzusetzen.
Nur als Zwischenzustand akzeptabel: Nach dem Lollipopping müssen alle
Blätter, Triebteile und losen Pflanzenreste aus dem Topf entfernt
werden.
Was ist auf dem Foto zu erkennen?
mehrere frisch abgeschnittene Fächerblätter,
kleine Blatt- und Triebteile,
einzelne ältere Pflanzenreste,
teilweise verdeckte Erde,
ein schlecht einsehbarer Stammfuß,
weitere Pflanzenteile auf der Bodenwanne.
Das Bild ist wertvoll, weil es einen echten Arbeitsschritt zeigt. Es ist
kein Krankheitsbild, sondern der Zustand direkt vor dem Aufräumen.
Warum ein sauberer Pflanzenboden wichtig ist
Eine freie Erdoberfläche erleichtert die tägliche Kontrolle. Veränderungen
werden schneller sichtbar.
Du erkennst leichter:
kleine schwarze Fliegen,
Larven oder andere Tiere,
weißen oder grauen Belag,
Algen,
Salzablagerungen,
auffällig nasse Stellen,
Risse im ausgetrockneten Substrat,
Schäden am Stammfuß.
Kleine schwarze Fliegen auf der Erde können Trauermücken sein.
Hanfdoc24 erklärt das Schadbild auf der Seite
Kleine schwarze Fliegen in der Cannabis-Erde
.
Schnittreste richtig entfernen
Große Blätter von Hand aufnehmen.
Kleine Triebteile aus der Erde sammeln.
Pflanzenreste aus Untersetzer und Bodenwanne entfernen.
Keine Blattteile in das Substrat drücken.
Schere und Arbeitsfläche reinigen.
Den Stammfuß kontrollieren.
Abfälle außerhalb des Growbereichs entsorgen.
So sollte der Topf nach dem Lollipopping aussehen: Die Schnittreste
sind entfernt, die Erdoberfläche und der Stammfuß lassen sich wieder
vollständig kontrollieren.
Vor dem Aufräumen
Pflanzenreste liegen auf der Erde.
Der Stammfuß ist teilweise verdeckt.
Die Oberfläche lässt sich schlecht beurteilen.
Lose Blätter werden beim nächsten Gießen nass.
Nach dem Aufräumen
Die Erde ist vollständig sichtbar.
Der Stammfuß lässt sich kontrollieren.
Keine großen Blattreste bleiben liegen.
Veränderungen an der Oberfläche fallen schneller auf.
Der Topf wirkt sauber und gepflegt.
Muss der Pflanzenboden steril sein?
Nein. Erde ist kein steriles Material. Sie enthält Mikroorganismen,
organische Bestandteile, Holzfasern und mineralische Bestandteile.
Entfernt werden sollten:
frisch abgeschnittene Blätter,
abgeschnittene Triebe,
größere abgestorbene Pflanzenteile,
faulige Reste,
Material mit sichtbarem Schimmel,
lose Pflanzenreste auf der Bodenwanne.
Normale Bestandteile des Substrats bleiben selbstverständlich im Topf.
Werkzeug für einen sauberen Schnitt
Eine geeignete Schere sollte:
scharf sein,
sauber schneiden,
den Trieb nicht quetschen,
gut in der Hand liegen,
leicht zu reinigen sein,
zur Stärke des jeweiligen Triebes passen.
Für dünne Triebe eignet sich eine feine Pflanzen- oder Ernteschere.
Kräftigere Äste benötigen eine stabilere Gartenschere.
Geeignete Scheren, Pflanzenbinder und weiteres Werkzeug findest du im
Bereich
Gärtnerbedarf und Tools bei LeoVersand
.
Partnerhinweis: Der Link führt zu LeoVersand. Hanfdoc24
kann bei einem Kauf eine Vergütung erhalten. Für Käufer entstehen dadurch
keine zusätzlichen Kosten.
Werkzeughygiene
Vor dem ersten Schnitt:
sichtbaren Schmutz entfernen,
Klinge reinigen,
geeignetes Desinfektionsmittel nach Herstellerangabe verwenden,
Klinge anschließend trocknen lassen.
Zwischen verschiedenen Pflanzen sollte das Werkzeug erneut gereinigt
werden. Das gilt besonders, wenn eine Pflanze ungewöhnliche Flecken,
Welke, Schimmel oder Schädlingsbefall zeigt.
Eine offene Flamme ist im Growzelt keine gute Standardlösung. Zeltmaterial,
trockene Pflanzen, Kabel und alkoholhaltige Mittel erhöhen die Brandgefahr.
Wo wird geschnitten?
Schneide einen unerwünschten Trieb nahe an seinem Ansatz ab, ohne den
Hauptstamm oder tragenden Ast zu verletzen.
Vermeide:
langes Abreißen,
Verdrehen des Triebes,
Quetschen mit einer stumpfen Schere,
tiefe Schnitte in den Hauptast,
Herausreißen von Pflanzenfasern,
große ausgefranste Wunden.
Ein kleiner Rest des entfernten Triebes ist weniger problematisch als
eine Verletzung des Hauptastes. Der Schnitt soll sauber sein, aber nicht
in den Hauptstamm hineinreichen.
Kann man Blätter mit der Hand abziehen?
Ein vollständig trockenes Blatt löst sich manchmal leicht. Gesunde
Blätter und Triebe sollten jedoch nicht unkontrolliert abgerissen werden.
Beim Reißen können Fasern entlang des Stängels aufplatzen.
Was tun bei einem angerissenen Ast?
Den Ast nicht weiter bewegen.
Die Bruchstelle vorsichtig zusammenführen.
Mit geeignetem Pflanzenband stabilisieren.
Den Ast zusätzlich abstützen.
Direkten Ventilatorwind vermeiden.
Täglich auf Welke, Verfärbung oder Fäulnis kontrollieren.
Bei unklaren Schäden hilft die
Hanfdoc24-Sofortdiagnose
.
Luftbewegung nach dem Lollipopping
Durch die offene untere Struktur kann Luft leichter durch die Pflanze
gelangen. Das bedeutet nicht, dass der Ventilator anschließend stärker
eingestellt werden muss.
Starker direkter Wind kann:
Blätter dauerhaft bewegen,
Blattflächen stark austrocknen,
Windbrand begünstigen,
Äste aneinander reiben lassen,
frische Schnittstellen belasten.
Der Ventilator sollte indirekte Luftbewegung erzeugen und nicht dauerhaft
direkt auf dieselbe Pflanze blasen.
Passende Geräte findest du unter
Umluftventilatoren bei LeoVersand
.
Wann sollte nicht gelollipopped werden?
Verzichte zunächst auf den Eingriff, wenn:
die Pflanze stark hängt,
das Substrat dauerhaft nass und schwer ist,
Wurzelschäden vermutet werden,
ein Schädlingsbefall nicht kontrolliert ist,
Mehltau oder Botrytis sichtbar ist,
die Pflanze gerade umgetopft wurde,
ein Hauptast beschädigt ist,
deutlicher Licht- oder Hitzestress besteht,
kaum noch gesundes Laub vorhanden ist,
die Endblüte bereits weit fortgeschritten ist.
Eine kranke Pflanze wird durch einen zusätzlichen starken Schnitt nicht
automatisch gesünder.
Bei Schimmelverdacht führt der Hanfdoc24-Guide
Pilzkrankheiten und Schimmel bei Cannabis erkennen
weiter.
Typische Fehler beim Lollipopping
Zu viele Triebe auf einmal entfernen
Die Pflanze wirkt nach dem Eingriff fast leer. Das ist besonders
problematisch, wenn kaum noch gesunde Blattmasse vorhanden ist.
Nur nach einer festen Höhe schneiden
Nicht jeder Trieb unterhalb der halben Pflanzenhöhe ist schlecht.
Lichtkontakt, Triebkraft und Position sind wichtiger.
Zu spät mit dem Aufbau beginnen
Eine sehr dichte Pflanze in fortgeschrittener Blüte lässt sich nicht ohne
großen Stress vollständig neu strukturieren.
Alle großen Blätter entfernen
Große Blätter sind wichtige Photosyntheseflächen. Ihre Größe allein ist
kein Schnittgrund.
Schnittreste auf der Erde liegen lassen
Das erschwert Hygiene und Kontrolle. Genau dieser Fehler wird durch die
beiden Topfbilder anschaulich gezeigt.
Gleichzeitig stark schneiden und umtopfen
Mehrere Stressfaktoren erschweren die Erholung und die spätere
Ursachenanalyse.
Einen festen Mehrertrag versprechen
Lollipopping kann Struktur, Zugänglichkeit und Lichtverteilung verbessern.
Ein garantierter Mehrertrag lässt sich daraus nicht ableiten.
Schnelle Entscheidungstabelle
Beobachtung
Entscheidung
Dünner Trieb endet weit unter der Krone
Meist entfernen
Kleiner Blütenansatz ohne Licht
Entfernen oder beobachten
Kräftiger Trieb erreicht die obere Zone
Behalten
Großes gesundes Blatt im Licht
Meist behalten
Blatt verdeckt dauerhaft mehrere Hauptblüten
Zuerst umlegen, gegebenenfalls entfernen
Gelbes oder beschädigtes Blatt
Ursache prüfen, danach entfernen
Trieb wächst in die Pflanzenmitte
Umpositionieren oder entfernen
Pflanze hängt und wächst schlecht
Nicht weiter schneiden
Schnittreste liegen auf der Erde
Sofort entfernen
Schnittstelle wird braun oder weich
Pflanze genau kontrollieren
Der Hanfdoc24-Praxisablauf in zehn Schritten
Die Pflanze von vorne, der Seite und oben ansehen.
Die schwache Schattenzone bestimmen.
Kräftige Haupttriebe erkennen und erhalten.
Nur eindeutige schwache Triebe zuerst entfernen.
Nach jedem größeren Schnitt erneut prüfen.
Gesunde obere Blätter und Blüten erhalten.
Schnittstellen auf Schäden kontrollieren.
Alle Blätter und Triebe aus dem Topf entfernen.
Werkzeug und Growbereich reinigen.
Die Pflanze zwei bis drei Tage beobachten.
Fazit: Unten öffnen, oben erhalten und danach aufräumen
Die Bilder zeigen ein gut verständliches Praxisbeispiel für
Lollipopping.
Besonders positiv ist:
Die untere Pflanzenzone ist deutlich geöffnet.
Die Haupttriebe sind gut sichtbar.
Viele obere Blüten bleiben erhalten.
Die Pflanze wurde nicht vollständig entlaubt.
Der Pflanzenboden wurde nach dem Schnitt aufgeräumt.
Der wichtigste Praxispunkt ist nicht, möglichst viel abzuschneiden.
Entscheidend ist die Auswahl.
Entfernt werden schwache und dauerhaft beschattete Triebe. Erhalten
bleiben kräftige Triebe, gesunde Blätter und gut beleuchtete Blüten.
Ebenso wichtig ist die anschließende Hygiene. Die beiden Topfbilder
zeigen den Unterschied deutlich: Schnittreste dürfen während der Arbeit
kurzfristig auf der Erde liegen, müssen danach aber vollständig entfernt
werden.
Funny-Praxistipp:
„Unten nur entfernen, was wirklich im Schatten bleibt. Oben genug
gesunde Blätter stehen lassen – und nach dem Schneiden den Topf sofort
aufräumen.“
Häufige Fragen zum Lollipopping-Praxisbeispiel
Ist die Pflanze auf den Bildern zu stark gelollipopped?
Die untere Zone ist deutlich freigestellt, während oben noch viele
gesunde Blätter und Blüten vorhanden sind. Der Eingriff ist kräftig,
wirkt aber nicht wie eine vollständige Entlaubung. Entscheidend ist, wie
sich die Pflanze in den folgenden Tagen entwickelt.
Zeigen die drei Pflanzenbilder vorher, währenddessen und nachher?
Nein. Die drei Aufnahmen zeigen hauptsächlich den bearbeiteten Zustand
aus verschiedenen Blickwinkeln: von vorne, von der Seite und mit Blick
auf die erhaltene obere Krone.
Welche Triebe wurden entfernt?
Entfernt wurden vor allem untere und dünne Seitentriebe sowie kleine
Blütenansätze, die deutlich unterhalb der oberen Blütenzone lagen.
Warum bleiben oben noch so viele Blätter stehen?
Gesunde Blätter betreiben Photosynthese und versorgen die Pflanze.
Lollipopping bedeutet nicht, die gesamte Pflanze kahl zu schneiden.
Muss das untere Drittel immer vollständig frei sein?
Nein. Die häufig genannte Drittelregel ist nur eine grobe Orientierung.
Jeder Trieb sollte nach Lichtkontakt, Stärke und Position beurteilt
werden.
Kann man in der Blüte noch lollipoppen?
In der frühen Blüte und im Stretch sind gezielte Eingriffe möglich. Je
weiter die Blüte fortgeschritten ist, desto zurückhaltender sollte
geschnitten werden.
Wie viel darf auf einmal entfernt werden?
Es gibt keine für jede Pflanze gültige Menge. Es sollte nicht mehr
entfernt werden, als für eine klare offene Struktur notwendig ist. Lieber
in kleinen Schritten arbeiten.
Sollte ich Popcornbuds entfernen?
Kleine Blütenansätze weit unterhalb der gut beleuchteten Krone können
entfernt werden. Erreichen sie seitlich ausreichend Licht, können sie
stehen bleiben.
Müssen große Fächerblätter entfernt werden?
Nein. Ein großes gesundes Blatt wird nur entfernt, wenn es dauerhaft
mehrere wichtige Blüten verdeckt oder beschädigt ist. Oft genügt
Umlegen.
Warum müssen Schnittreste aus dem Topf?
Sie verdecken die Erdoberfläche, halten lokal Feuchtigkeit und
erschweren die Kontrolle auf Schädlinge, Beläge und Veränderungen am
Stammfuß.
Verursachen einzelne Blätter auf der Erde sofort Wurzelfäule?
Nein. Ein einzelnes frisches Blatt verursacht nicht automatisch
Wurzelfäule. In einem sauberen Indoor-Grow sollten Schnittreste trotzdem
zeitnah entfernt werden.
Kann ich die Blätter als Mulch liegen lassen?
Nur in einem bewusst geführten Mulch- oder Living-Soil-System. Zufällig
liegen gelassene frische Schnittreste sind keine kontrollierte
Mulchschicht.
Muss die Erde nach dem Schnitt steril aussehen?
Nein. Normale Substratbestandteile bleiben im Topf. Entfernt werden nur
abgeschnittene und abgestorbene Pflanzenteile.
Welche Schere eignet sich?
Eine scharfe, gut kontrollierbare Pflanzen- oder Präzisionsschere eignet
sich für dünne Triebe. Dickere Äste benötigen eine stabilere
Gartenschere.
Muss die Schere desinfiziert werden?
Ja. Werkzeug sollte vor der Arbeit und zwischen verschiedenen Pflanzen
gereinigt werden, besonders bei sichtbaren Krankheiten oder
Schädlingen.
Was mache ich bei einem angerissenen Ast?
Den Ast vorsichtig zusammenführen, fixieren und abstützen. Danach täglich
kontrollieren, ob er welkt oder sich die Bruchstelle verfärbt.
Soll ich direkt nach dem Lollipopping düngen?
Nicht allein wegen des Schnittes. Düngung richtet sich nach Substrat,
Schema und Pflanzensymptomen. Mehr Dünger beschleunigt die Erholung nicht
automatisch.
Soll der Ventilator nach dem Schnitt stärker laufen?
Nein. Eine offene Struktur verbessert bereits die Luftbewegung. Starker
direkter Wind auf Blätter und Schnittstellen sollte vermieden werden.
Wie lange braucht die Pflanze zur Erholung?
Eine gesunde Pflanze sollte nach wenigen Tagen stabil wirken. Der
tatsächliche Verlauf hängt von Entwicklungsphase, Umfang des Eingriffs
und Pflanzenzustand ab.
Woran erkenne ich zu starken Stress?
Warnzeichen sind anhaltende Welke, deutlich geringerer Wasserverbrauch,
Wachstumsstopp, absterbende Triebspitzen oder eine schnelle
Verschlechterung der Blätter.
Kann ich nach zwei Tagen noch weitere Triebe entfernen?
Nur wenn die Pflanze stabil wirkt und der zusätzliche Eingriff wirklich
notwendig ist. Ein fester Zeitabstand ersetzt nicht die Beobachtung.
Hilft Lollipopping sicher gegen Schimmel?
Nein. Die offene Struktur kann die Luftbewegung verbessern, ersetzt aber
keine Kontrolle von Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Pflanzendichte und
Blütengesundheit.
Steigert Lollipopping garantiert den Ertrag?
Nein. Die Methode kann die Verteilung der Blüten und die Nutzbarkeit der
beleuchteten Pflanzenzone verbessern. Der Gesamtertrag hängt von vielen
weiteren Faktoren ab.
Eignet sich Lollipopping für Autoflower-Pflanzen?
Autoflower-Pflanzen besitzen eine begrenzte Wachstums- und Erholungszeit.
Starke Eingriffe sind deshalb riskanter. Bei kleinen oder gestressten
Pflanzen sollte darauf verzichtet werden.
Wo finde ich die vollständige Erklärung aller Trainingsmethoden?
Im Hanfdoc24-Hauptartikel
Cannabis richtig trainieren – LST, Topping, SCROG und Lollipopping
.
Dieser Artikel ist nur das ergänzende Praxisbeispiel.